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Dienstag, 08.08.2006 - 13.30 Uhr Zurück zur News-Übersicht

[ Rücktritt auf dem Höhepunkt - "Man soll dann aufhören wenns am schönsten ist" ]

Liebe Homepagebesucher

Getreu meinem Motto „Don’t dream your life, live your dreams!“ habe ich mich entschieden, auf dem Höhepunkt als Spitzensportlerin zurückzutreten. Ich habe alle meine sportlichen Träume verwirklicht und freue ich mich nun auf neue Ziele, die ich realisieren will.
Ich habe heute Mittag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz in Zürich der Öffentlichkeit meinen Rücktritt vom Spitzensport bekannt gegeben. In den folgenden Abschnitten möchte ich euch über meine Zukunft und über die Beweggründe meiner Entscheidung informieren.

Zur Entscheidungsfindung habe ich viel nachgedacht und mit Leuten aus meinem Umfeld diskutiert. Wie ihr ja sicherlich bemerkt habt dauerte dies seine Zeit, doch nun bin ich überzeugt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und dass jetzt für mich der richtige Moment zum Aufhören ist.
Hauptsächlich bin ich zum Schluss gekommen, dass ich in meinem Leben noch andere Bestimmungen und Ziele habe. Ich möchte mich in Zukunft meiner beruflichen Karriere widmen und wieder vermehrt Zeit mit Freunden und Familie verbringen.

Nach dem Sprichwort „Man sollte dann aufhören wenns am schönsten ist“ sage ich nach einer wahrhaftigen Traumsaison Adieu Snowboard. Letzten Winter gewann ich fünf Weltcuprennen und holte zum dritten Mal in Serie den Gesamtweltcup-Titel. Zudem stellte ich einen einmaligen Rekord auf, indem ich bei jedem einzelnen Weltcuprennen auf dem Podest stand. Mit dem Olympiasieg in Turin erfüllte ich mir im Februar 2006 meinen grössten sportlichen Traum!
Wenn man am Rad der Zeit ein bisschen retour dreht bilden der Weltmeistertitel von 2005, 17 weitere Siege bei FIS-Weltcuprennen, die FIS-Gesamtweltcupwertungen 2004 und 2005 und drei Juniorenweltmeistertitel meinen grössten Erfolgen.

Während meiner zehnjährigen Snowboardkarriere habe ich aber nicht nur gelernt, wie man möglichst schnell mit dem Snowboard um die Tore flitzt, sondern ich habe im Spitzensport viele wertvolle Erfahrungen für mein ganzes Leben sammeln können. Wie Herr Ogi immer zu sagen pflegt bin ich auch der Meinung, dass Sport eine Lebensschule ist. Durchhaltewillen, Disziplin, Zielorientiertheit, Toleranz oder Teamwork gehören beispielsweise zu den Werten, die ich im Sport gelernt habe.

Neben dem Spitzensport verfolgte ich stets auch meine beruflichen Ziele. Im Frühling 2001 absolvierte ich die Matura an der Schweizerischen Alpinen Mittelschule in Davos und begann im Herbst 2001 ein Sportstudium an der ETH Zürich, welches ich diesen September abschliessen werde.
Die Kombination von Sport und Ausbildung erforderte stets viel Disziplin und Planung und führte zwangsmässig auch zu einer hohen zeitlichen Belastung. Trotzdem bin ich froh, diesen Weg gewählt zu haben. Nach zehn sehr schönen, aber zeitintensiven Jahren möchte ich nun allerdings wieder etwas mehr Freizeit haben, um mich insbesondere wieder vermehrt den Menschen widmen zu können, die mir viel bedeuten.

Meine berufliche Zukunft sehe ich im Bereich der Sporttherapie und in der Trainings- und Laufbahnbetreuung junger Athletinnen und Athleten. Dabei möchte ich meine vielfältigen Erfahrungen, welche ich als Spitzensportlerin gemacht habe an den Nachwuchs weitergeben. Ich freue mich sehr auf die neuen Herausforderungen und bin bereits voller Tatendrang, denn eines ist klar: auch wenn es nicht mehr um Hundertstelsekunden geht, meine gelernte Zielorientiertheit werde ich beibehalten, denn ich möchte auch im Berufsleben Spitzenleistungen erbringen.

Dem Snowboardsport möchte ich unbedingt treu bleiben. Deshalb werde ich demnächst eine weitere Trainerausbildung absolvieren und im Snowboard-Stützpunkt Davos bei der Nachwuchsbetreuung mithelfen. Mit meinem nebenberuflichen Engagement als Nachwuchstrainerin im Stützpunkt Davos kann ich der Organisation, die mich seit meinen Anfängen unterstützt hat und mir stets optimale Trainingsbedingungen geboten hat nun etwas zurückgeben.

Zudem möchte ich mein Engagement als Botschafterin von „Right to Play“ verstärken. Right to Play ist eine internationale, humanitäre Organisation, die Spiel und Sport nutzt, um die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen in benachteiligten Regionen dieser Welt nachhaltig zu verbessern. Im November werde ich voraussichtlich zum Besuch eines Right to Play Projektes nach Uganda reisen.

Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich bei allen Menschen bedanken, die mir diese Erfolge überhaupt ermöglicht haben und mich immer unterstützt haben. Ich konnte immer auf ein grossartiges Umfeld zählen, welches mich auf dem Weg zu meinen Erfolgen begleitet hat. Insbesondere geht ein grosses Dankeschön an die Betreuerteams des Stützpunktes Davos und der Swiss Ski Nationalmannschaft, an meine Sponsoren und an meine Familie und Freunde, welche mir immer zur Seite standen. Zudem möchte ich mich bei all den treuen Fans bedanken, welche mich immer unterstützt haben und bei meinen Wettkämpfen jeweils mitfieberten.

Meine Homepage werde ich übrigens weiterhin betreiben und versuche euch weiterhin über meine Aktivitäten zu informieren. Es würde mich freuen, euch wieder einmal auf meiner Seite begrüssen zu dürfen.

In diesem Sinne wünsche ich euch alles Gute für die Zukunft.

Liebe Grüsse aus Davos

Daniela

Autor: Daniela Meuli

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